PersonalDirekt Frankfurt Das Onlinemagazin des Jobcenters Frankfurt am Main
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Das Jobcenter Frankfurt im Dialog mit ­Arbeitgeber:innen und Netzwerkpartner:innen Arbeitsmarktfrühstück – Ein bewährtes Format in angenehmer Atmosphäre – Potentiale und Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt

nach zwei Jahren coronabedingter Pause versammelte das Jobcenter Frankfurt einen großen Kreis von Arbeitgebern, Netzwerkpartnern und Mitarbeitern, insbesondere aus dem Arbeitgeberservice, in der angenehmen Atmosphäre des Relexa Hotels zum Arbeitsmarktfrühstück. Jobcenter-Geschäftsführerin Claudia Czernohorsky-Grüneberg: „In diesen Zeiten ist der Austausch vielleicht noch wichtiger als in den anderen Jahren. Wir befinden uns im dritten Jahr der Corona-Pandemie. Die Wellen der Pandemie haben bei uns persönlich, bei Kindern und jungen Menschen, in den Familien und nicht zuletzt auch auf dem Arbeitsmarkt teils große Furchen hinterlassen. Wir haben gelernt ,im Homeoffice zu arbeiten, kurzfristige Pläne für unsere Organisationen zu schmieden, neue Wege zu gehen. Manche Unternehmen haben diese Zeit nicht überstanden und wir haben im Jobcenter Frankfurt die Menschen unterstützt, die ihre Selbstständigkeit verloren haben und neue Perspektiven aufbauen mussten. Die meisten Unternehmen haben diese schwierige Zeit aber glücklicherweise überstanden und gestalten ihr Unternehmen nun in dem New Normal.“

 

Dem „New Normal“ trägt das Jobcenter auch organisatorisch Rechnung, so die Geschäftsführerin: „Die Stadt war schon immer in seinen Stadtteilen bunt und vielfältig, mit der Pandemie sind die Quartiere der Stadt gefühlt noch einmal näher zusammengerückt. Deshalb haben wir uns in diesem Jahr dafür entschieden, dass wir auch unseren Arbeitgeberservice stärker in die Quartiersarbeit einbinden möchten und haben den arbeitgeberorientierten AGS dezentralisiert. An den Standorten der Jobcenter Nord, West, Ost, Süd und Höchst sind nun jeweils Kolleg:innen des AGS in die Arbeitsvermittlungsteams eingebunden und verbinden so die Schlüsselkompetenzen beider Bereiche.“

Erik Zurth, der Leiter Operativ des Jobcenters, erläuterte die aktuelle Lage auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt und das Potential der ukrainischen Geflüchteten, die seit Juni 2022 dem Rechtskreis des SGB II zugerechnet und vom Jobcenter betreut werden. Von ihnen sind 81 % Frauen, die Hälfte rechnet mit einer individuellen Bleibeperspektive, knapp die Hälfte ist unentschieden und nur 6,5 % sehen die Aussichten negativ. Soweit die Berufsprofile bekannt sind, dominieren bei den ukrainischen Geflüchteten Lehrer:innen, Pfleger:innen, Ärzte:innen, Erzieher:innen sowie der HOGA-Bereich. Sie bilden für den Arbeitsmarkt der Rhein-Main-Region an sich ein interessantes Arbeitskräftepotential. Die Notwendigkeit der Förderung der deutschen Sprache und der Heranführung an den deutschen Arbeits- und Ausbildungsmarkt sind offenkundig.

 

Zur Kundenstruktur des Jobcenters Frankfurt insgesamt verwies Erik Zurth auf den hohen Anteil von 78,5 % ohne abgeschlossene Berufsausbildung, 15,7 % der Kund:innen haben eine betriebliche oder schulische und 5,5 % eine akademische Ausbildung abgeschlossen. Interessant ist auch die Hitliste der elf Berufe, die von Jobcenter-Kunden:innen angestrebt werden: Die einfachen Tätigkeiten, Helferjobs, HOGA-Servicekräfte, Sicherheitspersonal und Auslieferungsfahrer machen insgesamt 43,4 % aus.

Das Jobcenter Frankfurt kann eine Reihe von Instrumenten zur Förderung der Beschäftigungsaufnahme einsetzen:

  1. Maßnahme beim Arbeitgeber (MAG), ein Probearbeiten im Unternehmen von einem Tag bis zu sechs Wochen Dauer
  2. Eingliederungszuschuss für einen bis 12 Monate Dauer mit 10 % bis 50 % Zuschuss zum Arbeitsentgelt in Abhängigkeit von Person und Aufgaben mit Nachbeschäftigungspflicht
  3. Teilhabechancengesetz nach § 16i SGB II (fünf Jahre Förderdauer, 100 % Zuschuss degressiv), bzw. nach § 16e SGB II (75 % im ersten und 50 % Zuschuss im zweiten Jahr)
  4. Umwandlungsprämie für Minijobber in reguläre Beschäftigung (6 Monate, 65 % Zuschuss)
  5. Einstiegsqualifizierung zur Vorbereitung von Jugendlichen auf eine Ausbildung (243,00 Euo monatlich pauschal für 6 bis 12 Monate)

Die Fördermöglichkeiten richten sich nach dem Einzelfall und den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Deshalb rät der Leiter Operativ interessierten Arbeitgebern, mit dem AGS frühzeitig, auf jeden Fall vor Abschluss eines Arbeitsvertrags, Kontakt aufzunehmen.