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Die Bilanz des Ausbildungsjahres 2020/2021 Von Stephanie Krömer, Leiterin der Agentur für Arbeit Frankfurt

Das offizielle Berichtsjahr für das Ausbildungsjahr 2020/2021 ist am 30. September abgeschlossen worden. Zwischen 1. Oktober 2020 und 30. September 2021 meldeten sich insgesamt 3.659 Bewerberinnen und Bewerber bei der Agentur für Arbeit Frankfurt. Das waren 180 junge Menschen weniger (-4,7 Prozent) als vor einem Jahr.  Im gleichen Zeitraum meldeten die Unternehmen 3.584 Berufsausbildungsstellen, 132 weniger (-3,6 Prozent) als im Ausbildungsjahr 2019/2020.

Aktuell waren noch 430 Jugendliche auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Das sind 29 weniger (-6,3 Prozent) als vor einem Jahr. Noch unbesetzt blieben 331 Ausbildungsstellenangebote, 349 weniger (-51,3 Prozent) als im September 2020.  

Zwar seien dem Trend der letzten Jahre folgend auch in diesem Ausbildungsjahr insgesamt wieder weniger Bewerber- und Ausbildungsstellenmeldungen eingegangen als im Vorjahr, der Rückgang sei jedoch weniger stark ausgefallen als im ersten Corona-Jahr, so die Bilanz von Agenturchefin Stephanie Krömer. Noch immer strebten viele Jugendliche zunächst eine weiterführende Schule oder ein Studium an. Besonders im letzten Jahr sei dieser Trend durch Corona noch verstärkt worden.

Die Verunsicherung auf beiden Seiten sei auch in diesem Ausbildungsjahr noch spürbar, allerdings in geringerer Ausprägung: „Anders als im letzten Jahr konnten Auswahlverfahren in diesem Jahr gemäß den geltenden Hygieneregeln oder auch auf digitalem Wege besser durchgeführt werden“, erklärt die Arbeitsmarktexpertin. „Besonders während des ersten Lockdowns stand die Welt plötzlich still. Kaum jemand wusste, mit dieser unbekannten, beängstigenden Situation umzugehen. Digitale Auswahlverfahren waren für viele Betriebe und Bewerber Neuland. Oftmals mussten zunächst die technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Viele Ausbildungsstellenbesetzungen konnten jedoch gegen Jahresende, also später als sonst üblich noch durchgeführt werden. Bei den besonders von den Schließungen betroffenen Branchen wie der Gastronomie beispielsweise kam es zu Verzögerungen, die verspätete Ausbildungsbeginne zur Folge hatten.“

Auch im neuen Geschäftsjahr liegt der Arbeitsschwerpunkt unserer ­Berufsberatung und unserer Ausbildungsstellenvermittlung darin, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Orientierung zu geben, sie zu beraten und ausbildenden Unternehmen interessierte Menschen zu vermitteln.   

 „Worauf kommt es in den nächsten Monaten an? Wir beraten Schülerinnen und Schüler vor Ort und begleiten sie auf ihrem Weg in das Arbeitsleben. Wir sorgen dafür, dass das Risiko arbeitslos zu werden durch Weiterbildung und Qualifizierung so gering wie möglich gehalten wird. Die duale Ausbildung, so wie sie in Deutschland etabliert ist, hat dabei einen hohen Stellenwert und ist ein Garant für qualifizierte Nachwuchskräfte mit guten Berufschancen.“

Viele Frankfurter Betriebe haben ihre Ausbildungsaktivitäten auch während der Corona-Zeit intensiv weitergeführt. Dennoch kam es – besonders in den von der Pandemie stark beeinträchtigten Branchen – zu Verzögerungen. Die aktuellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt machen deutlich, dass der Fachkräftebedarf der Unternehmen weiter anzieht. Besonders vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der fortschreitenden Digitalisierung ist es für die Betriebe von existenzieller Bedeutung, ihre Fachkräfte von Morgen zu gewinnen und auszubilden. Auch für junge Menschen ist es ein wichtiges Zeichen, wenn sie erkennen können, dass sie auf dem Arbeitsmarkt gebraucht werden und gute Zukunftsperspektiven haben.  

Unser Appell an die Betriebe: Es lohnt sich, auch Jugendliche mit in die Auswahl einzubeziehen, die z. B. aufgrund ihrer Schulnoten auf den ersten Blick nicht unbedingt dem Bild des idealen Azubis entsprechen. Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter können Betrieben und Jugendlichen mit Beratung, Förderung auch mit sozialpädagogischer Begleitung sowie finanziellen Unterstützungsleistungen unter die Arme greifen. Auch bei Problemen während der laufenden Ausbildung gibt es Angebote, mit denen Jugendlichen bis zum erfolgreichen Abschluss der Ausbildung und auch darüber hinaus in Theorie und Praxis geholfen und so ein Ausbildungsabbruch vermieden werden kann. Das hilft den jungen Menschen und den Betrieben, die ohne entsprechende Nachwuchskräfte nicht wettbewerbsfähig bleiben können.

Beispiele für ganzheitliche Unterstützungs­möglichkeiten bei Theorie und Praxis:

  • Berufliche Orientierung mit der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB)
  • Vorbereitung auf den Wunschberuf mit der Einstiegsqualifizierung (EQ) – gefördertes Langzeitpraktikum in einem Unternehmen
  • Die Assistierte Ausbildung (AsA) unterstützt junge Menschen, eine Ausbildung zu finden und/ oder erfolgreich abzuschließen. Dies kann sehr individuell geschehen, z. B. in Form von Stütz- und Förderunterreicht in den Berufsschulfächern, gezielter Vorbereitung auf Zwischen- oder Abschlussprüfung oder Unterstützung bei Problemlagen im Betrieb oder im persönlichen Umfeld (Stabilisierung). Neu ist, dass die AsA mit den ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) zu einem Förderinstrument zusammengeführt und weiterentwickelt wurde und junge Menschen so noch umfangreicher unterstützen kann.

Die Assistierte Ausbildung kann zu jedem Zeitpunkt begonnen werden. Die Dauer richtet sich nach dem individuellen Bedarf des Jugendlichen oder jungen Erwachsenen. Wenn benötigt, kann das Angebot der Assistierten Ausbildung von Ausbildungsbeginn bis Ausbildungsabschluss wahrgenommen werden. Die Kosten der AsA werden bei Vorliegen der Voraussetzungen durch die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter vollständig getragen.

Die konkrete Durchführung: Die Agentur für Arbeit beziehungsweise das Jobcenter beauftragen einen Bildungsträger, der dem Jugendlichen eine Ausbildungsbegleitung zur Seite stellt. Diese unterstützen den Jugendlichen während der gesamten Assistierten Ausbildung, z. B. bei der Erarbeitung von Problemlösungen, durch Organisation von Förderunterricht und Abstimmungen mit der Berufsschule.

Die Ausbildungsbegleitung steht dabei auch den Ausbildungsbetrieben zur Seite, die sie individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten administrativ und organisatorisch unterstützen. Auch bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen kann AsA unterstützen. So finden ausbildungsinteressierte junge Menschen und Betriebe zusammen. Ziel ist, das Berufsausbildungsverhältnis oder auch die Einstiegsqualifizierung zu stabilisieren und zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Nach erfolgreichem Abschluss der betrieblichen Ausbildung ist eine Nachbetreuung zur Stabilisierung des Beschäftigungsverhältnisses möglich.

Betriebe, die einen förderungsberechtigten jungen Menschen ausbilden wollen oder bereits ausbilden, können sich von dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit beraten lassen, erreichbar unter der kostenfreien Servicenummer: (0800) 45 55 520.

Weitere Informationen:

Neben umfangreichen Berufsberatungsangeboten hat die Bundesagentur für Arbeit ein umfangreiches Onlineangebot geschaffen, das ständig weiter optimiert wird und zu jeder Tages- und Nachtzeit bequem von zu Hause aus abgerufen werden kann.

Beispiele:
Das Selbsterkundungstool Check-U und die Webseite #AusbildungKlarmachen – www.arbeitsagentur.de/m/ausbildungklarmachen