PersonalDirekt Frankfurt Das Onlinemagazin des Jobcenters Frankfurt am Main
Das Onlinemagazin des Jobcenters Frankfurt am Main

Alternative: Die überbetriebliche Ausbildung in technischen Berufen Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH (pBA) in Langen – Kooperation mit zahlreichen Unternehmen

Ausbildung, Weiterbildung, Umschulung und Kooperatives Studium bilden die wesentlichen Geschäftsfelder, in denen die Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH (pBA) aktiv ist. Das von Thomas Keil geführte Unternehmen hat seinen Sitz in Langen und betreibt seit 2011 in Darmstadt eine Niederlassung. Träger sind die Stadt Langen und seit 2006 die FRAPORT AG. Mit mehr als 500 Auszubildenden aus über 150 Partnerbetrieben zählt Pittler ProRegion zu den großen und wichtigen Bildungsanbietern in der Rhein-Main-Neckar-Region.

Überbetriebliche Ausbildung

„Immer mehr Unternehmen erkennen die Vorteile der Überbetrieblichen Ausbildung und nutzen auch die digitalen Formen der Unterweisung“, berichtet Thomas Keil. Insgesamt 17 Ausbildungsberufe vorwiegend im technischen Bereich stehen zur Wahl: Elektroniker, Techniker, Mechaniker und Mechatroniker verschiedener Fachrichtungen, Fachinformatiker und Maschinen- und Anlagenführer bilden die Schwerpunkte.

Die zentralisierte, überbetriebliche Ausbildung ist auch finanziell für alle Unternehmen interessant. Sie müssen selbst kein Ausbildungspersonal vorhalten. Die Verzahnung von Ausbildung und Praxis erfolgt in Kooperation mit den Partnerfirmen. Dadurch sind die Lerninhalte immer auf dem neuesten Stand und auf aktuelle Marktentwicklungen zugeschnitten. Den Blick über den Tellerrand, praktische Erfahrungen und Abläufe in Unternehmen werden praxisnah durch Fertigungssaufträge vermittelt, die Fremdfirmen im Metall- und Elektrobereich erteilen. Der Erlös fließt zu einhundert Prozent in die Aus- und Weiterbildung. Neben der qualifizierten Grundausbildung bei pBA hat die fachspezifische Ausbildung im eigenen Betrieb einen hohen Stellenwert und ist häufig unverzichtbar.

Wenngleich die Berufsbilder aufgrund klarer Inhalte in der Ausbildung einheitlich sind und damit für die Abschlussprüfung ein chancengleiches Anforderungsprofil besteht, so können im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung auch zusätzlich individuelle Schwerpunkte gesetzt werden. Dies erweist sich vor allem dann als sinnvoll, wenn pBA für Firmen der mittelständischen Industrie über Partnerschaftsverträge Komplett- oder Teilausbildungen übernimmt.

Berufliche Qualifizierung und Umschulung

Mit seinen Umschulungen und verschiedenen Kursen im Erwachsenenbildungsbereich leistet pBA mit einem umfangreichen Lehrgangsangebot einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und Qualifizierung. Vielfach muss für die Teilnahme keine Vorbildung oder besondere Qualifizierung nachgewiesen werden und daher eignen sich die Angebote auch für Quer- oder Wiedereinsteiger, Berufsanfänger oder Handwerker aus anderen Branchen. In vielen Unternehmen werden technisch versierte Mitarbeiter mit speziellen Kenntnissen gesucht. In diese Lücke zielen die Kursangebote, die mit Prüfung und oftmals mit Zertifikat abgeschlossen werden. Die Schwerpunkte des Lehrangebots liegen dabei auf der Fachkraft für Großküchentechnik, Automatisierungstechnik, CNC-Techniken, Steuerungs- und Antriebstechnik, Elektrotechnik und Pneumatik, Hydraulik, Schweißen E, WIG, MAG sowie Kran- und Staplerführerschein.

Eine Umschulung ist dann angesagt, wenn Menschen einen erlernten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können, arbeitssuchend sind und/oder ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt grundlegend verbessern wollen. Umschulungen können auch dann das Mittel der Wahl sein, wenn Beschäftigte schon länger in einem Bereich arbeiten, bisher aber keine Möglichkeit auf einen Berufsabschluss hatten. Im gewerblich technischen Bereich bietet pBA eine Reihe von AZAV-zertifizierten Umschulungsmaßnahmen an. Diese Zertifizierung bescheinigt die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit von pBA bei der Ausbildung, die Kompetenz der Lehr- und Fachkräfte und die Aktualität des Angebots hinsichtlich der Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt. Die Umschulungen finden in enger Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit statt und können mit Hilfe eines Bildungsgutscheines finanziert werden. Beispiele: Elektroniker und Industrieelektriker für Betriebstechnik, Industriemechaniker Maschinen- und Anlagenbau, Maschinen und Anlagenführer.

Innovation

Pittler ProRegion hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder auf neue Anforderungen eingestellt, etwa bei der Ausbildung von Geflüchteten für die FRAPORT AG in den Jahren ab 2015/2016 – ein Projekt, über das wir in Personal Direkt seinerzeit berichtet haben. Mit seinen digitalen Angeboten erweist es sich jetzt erneut als ein innovatives Unternehmen.

Ein Beispiel: Der Onlinekurs zur Vorbereitung für den Ausbildereignungsschein. Dabei handelt es sich um die einzige bundesweit anerkannte, einheitliche Qualifikation zum Nachweis berufs- und arbeitspädagogischer Kenntnisse. Die Vorteile der Unterweisung rein im Online-Format liegen auf der Hand: Teilnehmer sparen Fahrtzeiten oder Fahrtkosten und können aus dem gesamten Bundesgebiet teilnehmen. Neben der persönlichen und fachlichen Eignung werden die pädagogischen, organisatorischen, psychologischen sowie methodische Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt und die Kursteilnehmer in allen vorgeschriebenen Handlungsfeldern auf ihre Ausbildereignungsprüfung vorbereitet.

Pittler ProRegion hat ein unter dem Oberbegriff „pBA Digital“ ein Konzept für das Lernen auf Distanz entwickelt. Das digitale Format hat seit der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen. Die Möglichkeit, vom Wohnzimmer aus und deutschlandweit auf qualifizierte Aus- und Weiterbildungsangebote zuzugreifen, bietet die Chance, selbstbestimmt auf Veränderungen und Anforderungen im Arbeitsmarkt zu reagieren und berufliche Ziele zu erreichen. Thomas Keil verweist auf die „Erfahrung aus jahrzehntelanger Überbetrieblicher Ausbildung und der Kooperation mit öffentlichen Institutionen und zahlreichen Kooperationsunternehmen aus Wirtschaft und Handwerk. Unsere Dozenten kommen aus der Praxis, kennen die Lehrinhalte aus eigener Erfahrung und Anwendung und sind im Gegensatz zu einigen Fernstudiums-Angeboten live im Unterricht und nicht nur als Videokonserve verfügbar.“
 
Dahinter steht die Erfahrung: Beschleunigt durch die Corona-Pandemie mussten gewohnte Strukturen neu gedacht und neue Lösungen gefunden werden. Theoretischer Unterricht lässt sich in vielen Bereichen online abwickeln und dabei Zeit und Kosten einsparen. Ausbildungsmessen im klassischen Stil sind aktuell nicht machbar. Deshalb hat Pittler eine virtuelle Messe eingerichtet, die 365 Tage verfügbar ist und mehrmals im Jahr live online geht: „Ein deutliches Plus an Kontakt- und Kommunikationsmöglichkeiten und ein deutliches Plus an Nachhaltigkeit durch kontaktfreie Veranstaltungen ganz ohne zusätzliche Anreise.“ Die permanente Ausbildungsmesse ist ein Treffpunkt für alle Ausbildungssuchenden mit den wichtigsten Basisinfos, einem schnellen Überblick über das Ausbildungsangebot, die Industriepartner und allen benötigten Kontaktdaten für Bewerbungen und Ansprechpartner. Zweimal im Jahr sind die Ansprechpartner bei Pittler und einige der Partnerbetriebe direkt und live erreichbar. Ein „Tag der offenen Tür“ ist eine Hybridveranstaltung, bei der die einzelnen Vorträge als Videos aufgezeichnet und dann jederzeit direkt im Webseitenbrowser angesehen werden. können An den Eventtagen wird auch ein Videochat zur direkten Kommunikation geschaltet.

Kooperatives Ingenieurstudium (KIS)

Die Struktur des Studienganges KIS unterscheidet sich im Ablauf und in der Struktur von einem herkömmlichen Studiengang. In den ersten 2 ½ Jahren arbeiten die Studierenden drei Tage in der Woche im Partnerunternehmen und absolvieren die restlichen zwei Tage der Woche das Grundstudium. Diese ersten Jahre schließen im Partnerunternehmen mit dem Facharbeiterbrief und in der Hochschule mit dem Vordiplom ab. In den folgenden Jahren des Studiums, dem Hauptstudium, sind die Studierenden dann drei Tage in der Woche in der Hochschule und nur noch zwei Tage im Partnerunternehmen. Sie erhalten je nach Studiengang nach 1 ½ Jahren den Bachelor of Engineering oder nach 2 ½ Jahren den Studienabschluss Diplom-Ingenieur(in) (FH). Das technische Grundpraktikum kann bei pBA absolviert werden. Die Grundlage eines solchen Praktikums basiert auf der Praktikumsordnung der jeweiligen Hochschule.

Historie

Die historischen Zusammenhänge reichen letztendlich bis 1885 zurück. ­Pittler mit seinen vielfältigen Stationen ist an sich schon ein wechselvolles Kapitel der deutschen Industriegeschichte in Ost und West, in Vorkriegs-, Kriegs- und sozialistischen Zeiten. Die Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH ist aus der Pittler Maschinenfabrik AG in Langen, Abteilung Lehrwerkstatt hervorgegangen. Mit der Maschinenfabrik Pittler hat die Bildungsgesellschaft nur noch den Namen gemeinsam. 1997 erfolgte zur Standortsicherung die Übernahme durch die Stadt Langen. Nach dem Abriss der Gebäude auf dem Fabrikgelände in der Pittlerstraße wurde 2006 ein Neubau in der ­Ampèrestraße bezogen und gleichzeitig die Beteiligung der Stiftung ProRegion der FRAPORT AG vollzogen. In dieser Konstellation erzielt die Gesellschaft unabhängig vom Werkzeugmaschinenbau ein beständiges Wachstum als Bildungsanbieter. Er zeichnet sich durch modernste Einrichtungen sowie qualifizierte Ausbilder und Dozenten aus und legt auf einen hohen Praxisbezug seiner Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote Wert. „Das Wissen um aktuelle Entwicklungen und den Wandel zur Digitalisierung in allen Arbeits- und Lebensbereichen garantieren zukunftsgerechte Bildungsange­bote“, stellt Thomas Keil fest. Mit einem Neubau in der ­Siemensstraße schuf das Unternehmen 2018 eines der größten und ­modernsten Bildungszentren in der Region.