WeGebAU: das Förderprogramm zur Weiterbildung von Beschäftigten

Wer wird gefördert?

1. Gering qualifizierte Arbeitnehmer/-innen ohne Berufsabschluss oder mit Berufsabschluss, wenn sie seit mindestens vier Jahren eine anoder ungelernte Tätigkeit verrichten und ihre erlernte Tätigkeit nicht mehr ausüben können.

2. Arbeitnehmer/-innen, die in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit weniger als 250 Arbeitnehmern beschäftigt sind.

Was wird gefördert?

Gefördert werden Weiterbildungen, die im Rahmen des bestehenden Arbeitsverhältnisses unter Fortzahlung des Arbeitsentgeltes durchgeführt werden. Bei geringqualifizierten Beschäftigten können Qualifizierungen gefördert werden, die zu einem anerkannten Berufsabschluss oder zu einer berufsanschlussfähigen Teilqualifikation führen.

Weiterbildungen für Beschäftigte in KMU müssen außerhalb des Betriebes durchgeführt werden und über ausschließlich arbeitsplatzbezogene kurzfristige Anpassungsqualifizierungen hinausgehen. Es müssen für den allgemeinen Arbeitsmarkt verwertbare Kenntnisse vermittelt werden. Ausgenommen ist zudem eine Förderung von Qualifizierungen, zu denen der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet ist.

Förderung der Weiterbildungskosten

Die Agentur für Arbeit erstattet den Arbeitnehmern/-innen die Lehrgangskostgen und bezuschusst die notwendigen übrigen Weiterbildungskosten. Bei Beschäftigten in KMU, die das 45. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, muss der Betrieb mindestens 50 Prozent der Weiterbildungskosten tragen, bei Beschäftigten ab 45 Jahre mindestens 25 Prozent. Weitere Kosten werden erstattet, wenn diese durch die Weiterbildung zusätzlich entstehen.

Förderung mit Arbeitsentgeltzuschuss

Für die Qualifizierung von gering qualifizierten Mitarbeitern/-innen kann darüber hinaus ein Zuschuss zum Arbeitsentgelt und eine Pauschale zu den Sozialversicherungsbeiträgen beantragt werden. Der Zuschuss wird für den Zeitraum gezahlt, in dem Arbeitnehmer/-innen wegen der Teilnahme an der Weiterbildung keine Arbeitsleistung erbringen. Ein Arbeitsentgeltzuschuss für Beschäftigte in KMU ist nicht möglich, es sei denn, sie sind nicht qualifiziert und besuchen eine Umschulung oder berufsanschlussfähige Teilqualifikation und nicht nur eine vergleichsweise kurze Anpassungsqualifizierung.

Die Förderhöhe wird nach dem Qualifizierungsbedarf und dem Arbeitsausfall individuell festgelegt. Die Agentur für Arbeit Frankfurt hat folgende Parameter festgelegt: Bei Geringqualifizierten können die Lehrgangskosten und die notwendigen weiteren Weiterbildungskosten zu 100 Prozent gefördert werden, ein Arbeitsentgeltzuschuss von 90 Prozent ist bei Berufsabschluss und von 70 Prozent bei berufsanschlussfähiger Teilqualifikation möglich (bei internen Schulungen 45 bzw. 35 Prozent).

Die Mindestmaßnahmedauer für Beschäftigte in KMU beträgt vier Wochen und 160 Unterrichtsstunden. Zu den förderfähigen Maßnahmen der Anpassungsqualifizierung zählen Qualifizierungsbausteine nach §69 BBiG und Anpassungsweiterbildungen (MS Office, SAP, CNC/CAD, Baumaschinenbedienung, Betreuungsassistenz, Schweißscheine, IHKFortbildungsprüfungen u. dgl.).

Rechtsgrundlagen: Geringqualifizierte § 81 Abs. 2 SGB III, Beschäftigte in KMU ab 45 Jahre § 82 SGB III bzw. unter 45 Jahre § 131a SGB III.