kpOchs Academy Frankfurt
Sie werden in der kpOchs Academy Frankfurt und in den Salons von Klaus Peter Ochs in einem sechsmonatigen Kurs zu Coloristen qualifiziert: Assieh Jahed (li.) ist 28 Jahre alt, stammt aus Afghanistan und lebt seit fünf Jahren in Frankfurt. Sie hat das Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung erworben und an der Fachhochschule ein Studium der Immobilienwirtschaft begonnen. Seit acht Jahren lebt die 26-jährige Nabila Bassam (Mi.) in Deutschland. Auch sie stammt aus Afghanistan. Marjam Shani (29, re.) ist schon als Kind aus Teheran mit ihrer Familie nach Frankfurt eingereist. Die deutsche Sprache ist für keine von ihnen ein Problem.

Fachkräftesicherung im Friseurhandwerk: kpOchs

Ein marktführendes Frankfurter Traditionsunternehmen nutzt den Arbeitgeber-Service

Dr. Christian Ochs berichtet mit dem Understatement, das ihm als
Juristen eigen ist, von der „marktführenden Stellung“ des Familienunternehmens
kpOchs, zu dem gegenwärtig zwanzig Salons in
der Region Frankfurt Rhein-Main gehören.

Gleichzeitig verweist er aber auch mit einem gewissen Stolz auf eine Tradition,
die bis zum Urgroßvater Eugen Ochs zurückreicht, der im Jahr 1920
einen Friseurladen mit Parfümerie in der Frankfurter Moselstraße gründete:
„Was mit zwei Frisierplätzen begann, ist in fast einhundert Jahren Firmengeschichte
zu einem international anerkannten Friseurunternehmen gewachsen.
Mit seinen Innovationen dient kpOchs als Inspiration für die gesamte
Friseurbranche und ist Arbeitgeber für mehr als 200 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter im Rhein-Main-Gebiet.“ Das etablierte Frankfurter Traditionsunternehmen
ist weiter auf Expansionskurs. Gerade wurde im Shoppingcenter
MyZeil ein zweiter Salon, ein reiner Herrensalon, eröffnet, ein weiterer soll
demnächst am Flughafen unmittelbar vor der Bordkontrolle an den Start
gehen.

Wie alle Dienstleistungsunternehmen zählen Friseure zu den personalintensiven
Betrieben, für die der Fachkräftemangel nicht zur Wachstumsbremse
werden darf. Der traditionelle Weg der Fachkräftesicherung über die Ausbildung
ist für Dr. Christian Ochs ein unverzichtbares Instrument. „Aber in zehn
Jahren 50 Prozent weniger Ausbildungsplatzbewerberinnen und -bewerber,
dieser Trend erfasst auch uns. Ausgebildete Friseure sind am Arbeitsmarkt
ohnehin schwer zu bekommen. In dieser Situation müssen wir uns etwas
einfallen lassen.“ Bekannte und eingeführte Firmen gelten bei Bewerbern
meist als die attraktiveren Arbeitgeber. Dennoch muss Dr. Christian Ochs
das gesamte Instrumentarium der Personalrekrutierung nutzen und auch
das Potenzial der Geflüchteten erschließen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationsbiografie sind für das Familienunternehmen
schon lange kein neues Thema mehr. Ihr Anteil in der Gesamtbelegschaft
liegt bei etwa 70 Prozent – kein Nachteil in einer multikulturellen
Gesellschaft. In den Salons werden die unterschiedlichen Sprachen
angezeigt und Flaggen kennzeichnen die Nationalität der Mitarbeiter. Für
den neu eröffneten MyZeil-Herrensalon wurden wiederum zwei aus Damaskus
stammende Fachkräfte eingestellt, die das erforderliche Sprachniveau
schnell erreicht hatten und durch interne Schulungen gefördert und weiter
qualifiziert werden.

Den Stellenwert der Mitarbeiterqualifizierung im Unternehmen macht die
„kpOchs Academy Frankfurt“ deutlich. Das Schulungszentrum war zunächst
in der Hanauer Landstraße angesiedelt und befindet sich jetzt in der Neuen
Kräme 29/Sandhofpassage , dem Szeneplatz von Agenturen, Clubs, vielen
trendigen Restaurants und Hotels. „Schulungszentrum“ ist die schlichte Bezeichnung
für ein 350 m2 großes Studio, das kreatives künstlerisches Ambiente
mit multifunktionaler modernster Technik verbindet und ein Forum für
Business-Events, Schulungen, Konferenzen und Markenpräsentationen bietet.
Die kpOchs Academy ist eine der wenigen Friseurschulen weltweit, deren
Kurse staatlich zertifiziert sind. Nach erfolgreicher sechsmonatiger Ausbildung
erhalten die Teilnehmer ein Diplom als Colorist & Stylist oder Cutter
& Stylist und werden als Fachkräfte in die Salons integriert. „Damit bietet die
Academy eine besondere Ausbildung zum Spezialisten im Friseurhandwerk
durch Ausbildungsprogramme auf höchstem Niveau mit Lehrkräften, die
über eine außergewöhnliche Erfahrung verfügen“, erklärt Dr. Christian Ochs.

In der Academy läuft derzeit noch bis Ende August ein sechsmonatiger Kurs
mit fünf Teilnehmerinnen, die zu Coloristen qualifiziert werden. Ihre Kenntnisse,
Fertigkeiten und Fähigkeiten erlangen sie an drei Tagen in der Woche
in Trainings in der Academy, an zwei weiteren Tagen sind sie jeweils im praktischen
Einsatz in einem Salon der Firmengruppe. Das seit 2010 bestehende
Konzept ist bestechend: Als spezialisierte Hilfskräfte übernehmen die Coloristen
die zeitintensiven Arbeiten, so dass sich die Fachkräfte inzwischen
anderen Kunden zuwenden können. Vom ersten Tag an werden die Kursteilnehmerinnen
mit einer Vergütung deutlich über Mindestlohn sozialversicherungspflichtig
beschäftigt – ein Anfangsinvestment des Arbeitgebers,
das auf den Verbleib im Unternehmen zielt. So haben auch Seiteneinsteiger
die Chance auf eine qualifizierte Berufstätigkeit, an die sie durch Qualifizierungskurse
herangeführt werden. Die Eingliederungszuschüsse (EGZ) der
Arbeitsagentur und des Jobcenters ermöglichen dies, weil sie anfängliche
Minderleistungen zum Teil ausgleichen.

Dr. Christian Ochs hat die fünf neuen Mitarbeiterinnen auf einem Weg gefunden,
der ihn in der Regel und nach aller Erfahrung bisher sicher ans Ziel
geführt hat: Er hat den Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Frankfurt
bzw. des Jobcenters Frankfurt am Main genutzt. Barbara Eymelt von der
Arbeitsagentur und Manuela Ahlalou vom Jobcenter sind seine beständigen
direkten Ansprechpartnerinnen, die ihre Aktivitäten synchron auf die Anforderungen
des Arbeitgebers abstimmen, um die bestmöglichen Bewerberinnen
und Bewerber zu erreichen – unabhängig davon, ob sie zum Kundenkreis
der Agentur oder des Jobcenters gehören. Wer in Betracht kommt, wird
zu einem Bewerbertag eingeladen, bei dem sich der Arbeitgeber präsentiert
und sich von den Interessenten sogleich einen ersten Eindruck verschaffen
kann. Individuelle Einstellungsgespräche und Probearbeitstage folgen dann.
Auch bei der Stellenbesetzung für den neuen Herrensalon im MyZeil hat Dr.
Ochs das Instrument des Bewerbertages erfolgreich genutzt.

Die Firmenbezeichnung „kpOchs“ steht für den gegenwärtigen Firmenchef
Klaus Peter Ochs, der den Verbund mit zehn eigenen Salons und zehn weiteren,
die als Franchise-Unternehmen geführt werden, leitet und maßgeblich
geprägt hat. 1965 begann er seine Friseurlehre und legte schon drei
Jahre später seine Meisterprüfung ab, zeitgleich gewann er die deutschen
Junioren-Meisterschaften, einige Jahre später die Deutsche Meisterschaft
der Friseure im Damenfach. Seit 1970 trug er seinen Namen durch die Welt
und war bei Shows in 80 Ländern präsent. 1987 war er der erste westliche
Designer, der Frisurmode in China präsentierte. Im Jahr 2000 wurde er zum
Weltpräsidenten von Intercoiffure Mondial gewählt, einer Vereinigung der
absoluten Spitzenfriseure der Welt. Dieses Amt hält Klaus Peter Ochs bis
heute.

Als Präsident von Intercoiffure Mondial hat Klaus Peter Ochs den Impuls
für ein soziales Engagement der Vereinigung gesetzt, das Menschen hilft,
„die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“. Der Grundgedanke: „Wir
empfinden es als Pflicht, junge Menschen zu unterstützen und ihnen eine
Perspektive zu geben. Das Wichtigste, was wir geben können, ist qualifizierte
Ausbildung.“ Basis für dieses Engagement ist das Hilfsprogramm „Education
for Life“ mit Projekten in Brasilien, Bosnien, Rumänien, Südafrika und Uruguay.
Eine hohe Zahl von jungen Menschen haben diese Einrichtungen bisher
durchlaufen – es sind Ausbildungsschulen für das Friseurhandwerk.


Friseurhandwerk
Dr. Christian Ochs, Prokurist des Familienunternehmens mit zwanzig Salons in der Region Frankfurt Rhein-Main, setzt bei der Gewinnung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber-Service und den beständigen Kontakt zu seinen direkten Ansprechpartnerinnen Manuela Ahlalou (Mi.) vom Jobcenter und Barbara Eymelt (re.) von der Agentur für Arbeit Frankfurt.