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3 Gemeinschaftsaktion „Ausbildungsplätze sichern“ – Bundesprogramm wird verlängert und verbessert Um die Zahl der Ausbildungsplätze zu stabilisieren, verlängert und verbessert die Bundesregierung das Programm „Ausbil- dungsplätze sichern“. Die wichtigsten Änderungen im Einzelnen: • Die Ausbildungsprämien für von der Corona-Krise betroffene Betriebe, die durch Neueinstellungen ihr Ausbildungsniveau halten oder erhöhen, werden rückwirkend zum 16. Februar 2021 zunächst in bisheriger Höhe verlängert. • Für das neue Ausbildungsjahr werden die Prämien zum 1. Juni 2021 von 2.000 und 3.000 Euro auf 4.000 und 6.000 Euro verdoppelt. Damit wer- den zusätzliche Anreize für Ausbildungsbetriebe geschaffen. • Die Zuschüsse zur Vermeidung von Kurzarbeit während einer Ausbildung werden attraktiver: Künftig können auch Zuschüsse zur Vergütung der Ausbilderin oder des Ausbilders gezahlt werden. Wie bisher kann zudem die Ausbildungsvergütung bezuschusst werden. • All diese Leistungen können künftig Unternehmen mit bis zu 499 Mitar- beitenden beziehen. Bisher liegt die Grenze bei 249 Mitarbeitenden. • Betriebe mit bis zu vier Mitarbeitern können pauschal 1.000 Euro bekom- men, wenn sie ihre Ausbildungstätigkeit für mindestens 30 Tage fortge- setzt haben. • Die Übernahmeprämie wird bis Ende 2021 verlängert und auf 6.000 Euro verdoppelt. Mit ihr wird künftig neben der Übernahme eines Auszubil- denden aus einem Insolvenzfall auch bei pandemiebedingter Kündigung oder bei Abschluss eines Auflösungsvertrages unterstützt. • Die Förderung einer Auftrags- oder Verbundausbildung wird attraktiver. Die Mindestlaufzeit wird auf vier Wochen verkürzt, die Höhe der Förde- rung nach der Laufzeit bemessen. Insgesamt können bis zu 8.100 Euro gezahlt werden. Künftig kann auch der Stammausbildungsbetrieb statt des Interimsausbildungsbetriebs die Förderung erhalten. Für Interimsaus- bildungsbetriebe entfällt die Begrenzung auf bis zu 249 Mitarbeitende ersatzlos. • Künftig können für pandemiebetroffene Unternehmen die Kosten für externe Abschlussprüfungsvorbereitungskurse für Auszubildende hälftig bezuschusst werden, maximal mit 500 Euro. Zur Bewältigung der coronabedingt schwierigen Situation auf dem Ausbil- dungsmarkt in der Region Frankfurt-Rhein-Main bündeln die vier Partner IHK, HWK, Arbeitsagentur und Jobcenter ihre Kräfte und Kompetenzen in der Ge- meinschaftsaktion „7.777+ Chancen für eine Ausbildung direkt vor der Tür“. 7.777 bezieht sich auf die Gesamtzahl der jährlichen Ausbildungs-Angebote in den Agenturbezirken Frankfurt und Bad Homburg in den vergangenen Jah- ren. Mit dem Plus-Zeichen wollen die Partner zeigen, dass dieses Angebot überboten werden kann, wenn sich genügend Schulabgänger bewerben und genügend Unternehmen merken, dass das Ausbildungsinteresse steigt. Bei der Vorstellung der Kampagne erklärte Agenturchefin Stephanie Krömer: „Wir möchten Jugendlichen und deren Eltern zeigen, dass es in unserer Re- gion viele Wege gibt, die in ein erfolgversprechendes Berufsleben führen. Die anhaltenden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie haben be- sonders junge Menschen verunsichert. Dennoch werden Fach- und Nach- wuchskräfte gesucht und der Bedarf ansässiger Betriebe steigt weiter an. Das eröffnet jungen Menschen neue Chancen und viele Möglichkeiten, ihre berufliche Zukunft zu gestalten und vor allem jetzt anzugehen!“ Jobcenter-Geschäftsführerin Claudia Czernohorsky-Grüneberg: „Wir sind im Jobcenter gut aufgestellt, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erreichen. Wichtig ist, dass die Aktion 7.777+ keine einmalige Kampa- gne ist, sondern dass wir als Kooperationspartner kontinuierlich im Sinne der jungen Menschen zusammenarbeiten. Wir müssen unsere personellen und finanziellen Ressourcen zusammenbringen und gemeinsam den Fokus auf zustande kommende Ausbildungen schärfen. Der Zeitpunkt ist zu jeder Zeit der richtige – bedingt durch die Pandemie nehmen wir alle verstärkt die Herausforderungen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt wahr. Im RheinMain-Gebiet haben wir eine Menge Potenzial, das wir mit Hilfe unserer Kooperation ausschöpfen wollen.“ Susanne Haus, Präsidentin der HWK Frankfurt-Rhein-Main, ergänzte: „Die große Herausforderung ist, dass die Berufsorientierung durch die Corona- Zeit in den Schulen und unseren Berufsbildungszentren nicht wie gewohnt 7.777+ Chancen für eine Ausbildung direkt vor der Tür Die berufliche Bildung in den Fokus der Gesellschaft bringen stattfinden kann. Wir befürchten aktuell, dass die berufliche Bildung aus dem Fokus geraten ist. Um unsere Handwerksunternehmen und Ausbil- dungsplatzsuchenden schneller zusammen zu bringen, arbeiten wir an besonderen Formaten, um junge Menschen, Eltern und Schulen zu errei- chen“. Dazu zählen ein digitaler Messestand, die Werbung mit 3D-Videos, Imagevideos in den sozialen Netzwerken und ein Schülercamp Handwerk im Sommer, sowie das Beratungsangebot yourPUSH. „Wir beraten Studien- Neuorientierer gemeinsam mit der Goethe-Uni, um ihnen Wege ins Hand- werk aufzuzeigen. Wir müssen die berufliche Bildung wieder in den Fokus der Gesellschaft bringen“. Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main: „Wir merken, die Wirt- schaft zieht langsam wieder an. Wer sich jetzt bewirbt, kann aus über 1.100 Angeboten allein in der IHK-Lehrstellenbörse wählen. Wir merken, dass die Pandemie den Fachkräftebedarf nicht beseitigt hat. Die aktuelle IHK- Konjunkturumfrage hat dies deutlich gemacht. Wir erwarten, dass mit der wirtschaftlichen Erholung viele Unternehmen ihre Ausbildungsbereitschaft wieder aufnehmen. Daher endet das Bewerbungsjahr nicht zu Ferienbeginn, sondern wird sich bis in den September ziehen.“ Weitere Informationen unter www.7777plus.de HWK-Präsidentin Susanne Haus, IHK-Präsident Ulrich Caspar, Jobcenter-Geschäfts- führerin Claudia Czernohorsky-Grüneberg, Arbeitsagenturchefin Stephanie Krömer (v.l.n.r.)

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