PD_Frankfurt_04_2020

3 Das neue Ausbildungsjahr hat vor wenigen Wochen begonnen – aber unter einem ganz anderen Vorzeichen als zuvor. Das deut- sche Jobwunder der vergangenen Jahre und die anhaltend posi- tive Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt wurden und werden durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt. An den Grundtatsa- chen hat sich indes nicht viel geändert: Die berufliche Ausbildung ist für die Betriebe einer der Königswege der Fachkräftegewin- nung und schafft gleichzeitig für junge Menschen ein solides Fundament der Existenzsicherung und der gesellschaftlichen Teil- habe. In der Tendenz haben sich Ausbildungsbetriebe später als bisher für den Abschluss von Ausbildungsverträgen entschlossen und zum Teil sogar ihre Ausbildungspläne zurückgestellt. Auch das Jugendjobcenter Frankfurt, in dem das Jobcenter, die Berufsbera- tung der Arbeitsagentur Frankfurt und die städtische Jugendberufshilfe im Sinn einer ganzheitlichen Betreuung junger Frankfurter zusammenarbeiten, ist von Corona betroffen, weil die Beratungsmöglichkeiten eingeschränkt waren und sind, zumindest bei den „persönlichen Vorsprachen“, wie es heißt. Dennoch hat das Jugendjobcenter alle Anstrengungen unternommen, denn die Ausbildungschancen junger Menschen sollen von der aktuellen Situation so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Dieses Ziel verfol- gen auch Förderprogramme des Bundes und des Landes Hessen zur Unter- stützung von Ausbildungsbetrieben, die bereits begonnene Ausbildungen fortführen, mit Ausbildungen neu beginnen oder Auszubildende aus Insol- venzbetrieben übernehmen. Die Bundesförderung konzentriert sich auf das Ausbildungsjahr 2020. Die Landesprogramme laufen in der Regel länger, wobei die Fördermittel für das Ausbildungsjahr 2020/2021 erheblich aus- geweitet wurden. Ausbildungsförderung des Landes Hessen Die Umsetzung des Bundesprogramms „Ausbildung sichern“ soll der Bun- desagentur für Arbeit übertragen werden. Förderanträge können nach Ver- öffentlichung der Förderrichtlinien bei der für das jeweilige Unternehmen örtlich zuständigen Agentur für Arbeit gestellt werden. Verbundausbildung in KMU Antragsberechtigt sind KMU bis 249 Beschäftigte als Stammbetriebe – au- ßer Bundes- und Landesbehörden –, Bildungseinrichtungen, überbetriebli- che Ausbildungsstätten, Wirtschaftsverbände und Ausbildungsbetriebe als Verbundpartner von KMU-Stammbetrieben. Gefördert werden Ausbil- dungsverhältnisse mit Auszubildenden, die bis zum 1. Oktober 2020 bzw. 2021 keinen Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben, in KMU, die mit Partnern in den Ausbildungsjahren 2020 und 2021 als Verbundausbildung begonnen werden. Bezuschusst wird die Ausbildungsvergütung in Höhe des ersten Ausbildungsjahres und die Kosten der externen Ausbildungsta- ge im Rahmen der Verbundausbildung mit 68,00 EUR pro externen vollen Ausbildungstag. Ausbildung von Hauptschülern und -innen Ausbildungsbetriebe jeder Betriebsgröße und Rechtsform – außer Bundes- und Landesbehörden – können bis zum 31. Oktober 2020 Förderanträge beim Neuabschluss von Ausbildungsverträgen mit Hauptschülern des Ab- schlussjahres 2020 und Ausbildungsbeginn 2020 stellen. Die Förderhöhe beträgt im ersten Ausbildungsjahr 50 % und im zweiten 25 % der Ausbil- dungsvergütung. Abbrecher, Altbewerber und Jugendliche mit erhöhtem Sprach- förderbedarf Einen Zuschuss in Höhe der geleisteten tariflichen Ausbildungsvergütung für längstens sechs Monate können Ausbildungsbetriebe jeder Größe und Rechtsform – außer Bundes- und Landesbehörden – beantragen, wenn sie Ausbildungsverträge nach BBiG bzw. HwO mit Auszubildenden aus Insol- venzbetrieben, nach Ausbildungsabbruch und Haftentlassung fortsetzen oder mit Altbewerbern (Vorjahr oder früher) und bei erhöhtem Sprachför- derbedarf (unter 27 Jahre) neu abschließen. Programme des Bundes Ausbildungsprämie KMU bis 249 Mitarbeiter können die Ausbildungsprämie aus dem Bundes- programm „Ausbildung sichern!“ beantragen, wenn sie durch die Covid- 19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind, d. h. mit mindestens einem Monat Kurzarbeit im ersten Halbjahr 2020 oder 60 % Umsatzrückgang im April und Mai 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum bzw. im November und Dezember 2019 bei Neugründungen. Die Förderung greift, wenn diese KMU Ausbildungsverträge neu abschließen und dabei die Anzahl der Aus- bildungsplätze aufrechterhalten. Sie erhalten einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 2.000,00 EUR für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlos- senen Ausbildungsvertrag. Besonders im Fokus – die Ausbildung Förderprogramme von Bund und Land sichern die Ausbildung in Corona-Zeiten J U G E N DJ O B C E N T E R

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