PD_Frankfurt_04_2020

17 Das Amt für Wohnungswesen arbeitet an einem neuralgischen Punkt – „nicht erst jetzt, die Knappheit an bezahlbarem Wohnraum haben wir in Frankfurt schon lange“, erklärt Joachim Rummel. 185 Mitarbeiter sind in der Dienststel- le an der Adickesallee beschäftigt. In der Abteilung für Wohnraumversorgung kümmern sie sich um die Registrierung der Interessenten – gegenwärtig über 8.500 – und die Vermittlung. Hinzu kommt der Erhalt der Wohnungen, die Beseitigung der Mietmängel, die Administration von Vorkaufs- und Belegungs- rechten, Wohngeld und Lastenzuschuss und nicht zuletzt die im Jahr 2015 wie- der eingeführte Fehlbelegungsabgabe. Die Bearbeitung der hohen Anzahl von regelmäßigen Anfragen zur Fehlbelegung überschreitet allerdings die vorhande- nen Personalkapazitäten. Dafür werden dann jeweils Kräfte aus der Zeitarbeit und Arbeitnehmerüberlassung herangezogen. Die Erfahrungen, wie mit den Fördermöglichkeiten des Teilhabechancengesetzes umzugehen ist, werden bei Joachim Rummel von Kollegen aus anderen städtischen Einrichtungen inzwi- schen immer wieder abgefragt. Er kann nicht nur wertvolle Verfahrenshinweise geben, sondern auch die Effizienz der Zusammenarbeit mit Donald Federspiel betonen. Amt für Straßenbau und Erschließung Als Fachlagerist hat der 42-jährige Abadu Mesmer, verheiratet und Vater von drei Kindern, beim Amt für Straßenbau und Erschließung der Stadt Frankfurt Baubezirk Nord/Ost einen Job gefunden. Das Jobcenter fördert seine Beschäf- tigung auf der Grundlage des Teilhabechancengesetzes nach § 16e SGB II. Das bedeutet einen Lohnkostenzuschuss in Höhe von 75 Prozent im ersten und 50 Prozent im zweiten Beschäftigungsjahr. Auch für Abadu Mesmer hat sich Donald Federspiel eingesetzt – „mit voller innerer Überzeugung“, wie er sagt. „denn ich kannte ihn schon länger und wusste, dass er mehr Potenzial hat als mancher Bewerber mit guten Zeugnissen.“ Die Fürsprache hat geholfen. Ohne Donald Federspiels Eintreten wäre Abadu Mesmer wahrscheinlich nicht zum Zuge gekommen, wie sich seine Vorgesetz- ten Rüdiger Auth und Matthias Mohr im Amt für Straßenbau und Erschließung Baubezirk Nord/Ost erinnern. Den Sprachkurs B2 hat er zwar nicht bestanden, beherrscht die deutsche Sprache aber trotzdem. So konnte er im Vorstellungsge- spräch überzeugen und hatte die Gelegenheit, in einem betrieblichen Praktikum von zweimal drei Wochen seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. „Herr Feder- spiel hat nicht zuviel versprochen. Herr Mesmer hat das Warenwirtschaftssys- tem, mit dem wir das zentrale Baustofflager, fast 4.000 Straßenschilder für den gesamten Stadtbereich und vielfältiges Material verwalten, sofort verstanden. Er sieht die Arbeit!“ Seit 1. Dezember 2019 arbeitet Abadu Mesmer als Alleinkraft im Lager des Amts für Straßenbau und Erschließung am Oberschelder Weg. Die Dienststelle mit rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist für die Bezirke Nord/Ost zustän- dig und hat außerdem übergeordnete Aufgaben für das ganze Stadtgebiet. Das Amt für Straßenbau und Erschließung sorgt für eine verkehrssichere und moder- ne Erschließung des etwa 1.450 km langen Straßennetzes der Stadt, es kümmert sich um die Unterhaltung öffentlicher Straßen, Wege und Plätze und annähernd 500 Ingenieurbauwerke einschließlich der 400 Brücken und 30 Tunnel sowie die Bauwerke für Lärmschutz, Stützbauwerke und Verkehrszeichenbrücken. Die einzelnen Baubezirke gewährleisten die Verkehrssicherheit, indem sie Straßen sanieren, Schlaglöcher schließen, Straßenschilder aufstellen und Fahrbahnmar- kierungen aufbringen. Abadu Mesmer flüchtete 2014 aus Eritrea allein nach Frankfurt und hat später seine Familie nachgeholt. In seinem Heimatland war er Berufskraftfahrer im Militärdienst und Kfz-Mechaniker für Nutzfahrzeuge. Die fünfköpfige Familie war kurz von Wohnungslosigkeit bedroht, nachdem sie ihre Unterkunft in einem Hotel innerhalb eines Tages verlassen musste. Es fand sich eine Interimslösung in einer zum Abriss stehenden Sport- und Kulturhalle. Danach konnte ein Platz in einer Sammelunter- kunft gefunden werden, in der die Familie derzeit wohnt. In seinem Job engagiert er sich mit vollem Einsatz. Matthias Mohr (li.) und Rüdiger Auth (re.) vom Amt für Straßenbau und Erschließung der Stadt Frankfurt mit Donald Federspiel vom Arbeitgeberservice des Jobcenters (2. v. r.) und dem Fachlageristen Abadu Mesmer.

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